2012 04 10 – PRESSE
Rheinische Post:
Kreativ, konstruktiv, klar

INFOBOX   Verena Jansen
 
2004 bis 2009   Architekturstudium RWTH Aachen mit Schwerpunkt Baukonstruktion
 
2009   Diplomarbeit „Campus Melaten Tower“, Diplom-Ingenieurin
 
2009 bis 2011   Bürotätigkeit Sommer Passivhaus GmbH, Schwerpunkt Passivhaus in Planung und Ausführung
 
Seit 2011   Mitglied der Architekten-kammer NRW (AKNW) und Erhalt der Bauvorlage-berechtigung
 
Seit 2012   Gründung Architektur Jansen

Wegberg (RP). Verena Jansen aus Wegberg gestaltet Wohnhäuser und Büros. Die Architektin ist seit Anfang 2012 selbstständig. Ihren Sinn für klare Formensprache kombiniert sie mit Fachwissen zum Thema Energie und exklusivem Holzbau.

Verena Jansen liebt klare geometrische Formen. Die gestalterische Handschrift der jungen Architektin aus Wegberg ist nicht nur bei den von ihr geplanten Häusern in Klinkum, Mönchengladbach und Leverkusen zu erkennen. „Klare Kante“ zeigt auch ihre eigene, 120 Quadratmeter große Maisonettewohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße: Ein kräftiger Stahlträger und die futuristisch wirkende Treppe ohne Geländer prägen mit ihren geraden Linien die stilvoll eingerichtete Wohnung. Die schwarz gestrichenen Elemente aus Stahl heben sich optisch deutlich von den hohen, weißen Wänden und den großformatigen grauen Bodenfliesen aus Feinsteinzeug ab.

„Bei der Gestaltung der Wohnung habe ich darauf geachtet, reduziert und stilsicher mit Materialien und Farben umzugehen“, sagt Verena Jansen. Das ist der Architektin gelungen. Am 1. Januar 2012 hat sie ihr eigenes Architekturbüro gegründet. Ihre Eltern führen die Zimmerei Jansen am Spielburgweg – ein Wegberger Traditionsunternehmen, das es seit 1826 gibt. Verena Jansens Schwerpunkt ist der Wohnungs- und Bürobau. „Mir geht es um maßgeschneiderte Lösungen. „Die Entwürfe werden auf die Lage des jeweiligen Objektes zugeschnitten und sind geprägt von Kreativität, konstruktiven Lösungen und Klarheit“, sagt sie. Ideen, die Verena Jansen in Gesprächen mit ihren Kunden entwickelt, sollen die Bauvorhaben einzigartig werden lassen. In Zusammenarbeit mit dem elterlichen Betrieb kann die junge Frau bei der Planung ihrer Projekte auf das Fachwissen im Bereich des exklusiven Holzbaus zurückgreifen. Ihr Architekturbüro hat sie im elterlichen Betrieb am Spielburgweg: „Die Symbiose aus Handwerk und Planung wird durch den gemeinsamen Firmensitz verstärkt. Der Kunde kann deshalb vom regelmäßigen Austausch profitieren“, sagt sie.

Verena Jansen kann bei ihrer Arbeit ebenfalls die Erfahrungen einbringen, die sie während ihrer mehrjährigen Bürotätigkeit bei der Erkelenzer Sommer Passivhaus GmbH gesammelt hat. In einem normalen Haus geht fast die Hälfte der teuer erzeugten Wärme durch Undichtigkeiten in der Außenhülle und ungenügende Dämmung verloren. Das Passivhaus besitzt dagegen eine hochwärmedämmende Gebäudehülle. „Wer ein Passivhaus planen kann, der ist beim Thema Energiesparen für alle Fälle gerüstet“, sagt Verena Jansen. Ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet hat sie auch bei der Planung ihrer eigenen Wohnung einfließen lassen: Wärmebrücken wie ungedämmte Rollladenkästen wurden reduziert, der Dachboden gedämmt, der Querschnitt der Sparren für zusätzliche Wärmedämmung vergrößert und eine Einzelraumregulierung für die Fußbodenheizung installiert. Jansen: „Die energetische Sanierung meiner Wohnung hat dafür gesorgt, dass bei deutlich größerer Wohnfläche die Heizkosten gleich bleiben.“

© Rheinische Post | 10.04.2012 | Michael Heckers


RWTH-Tower als Diplomprojekt

WEGBERG/AACHEN (hec). Für Aufsehen sorgte Verena Jansen 2009 mit ihrem Entwurf für den sogenannten RWTH-Tower der Aachener Universität. In ihren Diplomarbeiten hatten Architektur-Studenten exemplarisch ausgearbeitet, wie das Eingangsportal des Campus Melaten, dem Wissenschafts- und Forschungsareal in Aachen, einmal aussehen könnten. Jansens Entwurf zählte zu den fünf Besten.

„Ich habe das Gebäude als Monolith konzipiert, der sich wie ein Stein aus einem Guss deutlich von der umgebenden Landschaft absetzt“, berichtet sie rückblickend. Die Transparenz des von ihr entwickelten RWTH-Towers soll den ständigen Fortschritt in der Forschung am Campus Melaten symbolisieren. Die äußere Glasschicht des Turms ist je nach Himmelsrichtung unterschiedlich beschaffen. Dunklere Glaselemente können laut dem Entwurf von Verena Jansen beliebig seitlich geöffnet oder geschlossen werden, so dass sich mit der Bewegung der Glaselemente das äußere Design des Turms ständig verändert. Die Räume im Inneren des Gebäudes werden von der auf den Campus-Boulevard hin ausgerichteten Südseite aus erschlossen. Von dort aus ist jede Bewegung im Inneren sichtbar. „Der Betrachter sieht, dass am Campus nie Stillstand einkehrt“, erklärt Verena Jansen. Die Planung des RWTH-Towers war vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) unter den Studierenden ausgeschrieben worden.

© Rheinische Post | 10.04.2012